Hebekonstruktion für den Versatz der Fassadenelemente, Platz der Republik, 10557 Berlin - Tiergarten (1888)
hochgeladen von:
Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
1855 mal angesehen.
Album: Reichtagsgebäude

Reichtagsgebäude : Hebekonstruktion für den Versatz der Fassadenelemente

Platz der Republik (10557 Tiergarten)


An der Spitze des Gerüstes auf der Nordseite des Rohbaus erkennt man die Anlage eines Portalkrans für den Transport der schweren Fassadenteile an ihren endgültigen Platz. Auf zwei parallelen Schienen konnte eine Art Laufwagen (Laufkatze) vorwärts und rückwärts verschoben werden. Auf der Laufkatze befand sich eine Winde, die wiederum nach links oder rechts verschoben werden konnte. Auf diese Weise konnten alle Punkte unterhalb der Konstruktion erreicht werden. Der Betrieb der Winde wurde wahrscheinlich noch von Hand geleistet.

Als Vorbild könnte eine Winde dienen, die im Kölner Dom ausgestellt ist und die bis 1888 in Betrieb war. An dieser Winde arbeiteten acht sog. "Windenknechte", die, natürlich mit Hilfe von Flaschenzügen und Untersetzungen, an langen Kurbeln die Lasten in die Höhe bugsierten.

Vor Allem in der Vergrößerung erkennt man den gerippten Versatz der Backsteine an den Aussenseiten. Diese "Rippen" dienen der Aufnahme der Fassadenteile, deren Rückseiten entsprechende Aussparungen aufwiesen.(Die beiden zugeordneten Bilder verdeutlichen dieseTechnik der Fassadenbefestigung.)

Links hinter dem Rohbau erkennt man einen der beiden Dome am Gendarmenmarkt.

Weitere Fotos aus dem Album "Reichtagsgebäude "


Beeindruckende Detailaufnahmen des gerade fertiggestellten Reichstags wurden 1893 und 1894 in der Architekturzeitschrift "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk" veröffentlicht. In jedem der monatlich erscheinenden Hefte waren ca. 10 Lichtdrucktafeln veröffentlicht, so dass in den Sammelbänden, die der Redaktion für alle Jahrgänge von 1888 bis 1913 vorliegen, jeweils ca. 120 Tafel eingeheftet sind. Im Jahre 1894 wurden insgesamt dreizehn Tafeln zum Reichstagsgebäude vorgelegt, die nun veröffenlicht werden. Weitere Tafeln werden nach Sichtung aller Bände dem Album hinzugefügt. Das Album wird ergänzt durch bereits anderweitig veröffentlichte Fotos des Reichstags, die hier zusammengefasst werden sollen.

Zusätzlich werden Fotos des Reichstagspräsidentenpalais in einem eigenen Album veröffentlicht. Dieses Album finden Sie hier.

Dazu werden Informationen diesen Text ergänzen, die aus den redaktionellen Beiträgen der "Architekturblätter" entnommen werden.

Initiator und Herausgeber der Zeitschrift war Paul Graef (1855-1925), der beim Bau des Reichstages ein wichtiger Mitarbeiter des Architekten Paul Wallot (1841-1912) war. Graef war als Baumeister für verschiedene Bauämter tätig und war nach seiner Habilitierung ab 1904  Dozent an der Technischen Hochschule Charlottenburg.

Graef hat als Fotograf selbst viele der in den "Blättern..." veröffentlichten Fotos selbst gefertigt.