Hochherrschaftliche Wohnhäuser , Kurfürstendamm 23-25, 10719 Berlin - Charlottenburg (1894)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Hochherrschaftliche Wohnhäuser - Alte Bauten in Berlin

Kurfürstendamm 23-25 (10719 Charlottenburg)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus-Gruppe in Berlin, Kurfürstendamm 23-25
Haus no. 25

Der bekannte Architekt Alfred Messel (1853-1909), als dessen Hauptwerk das um die Jahrhundertwende gebaute Kaufhaus Wertheim gilt, plante die Gruppe von drei hochherrschaftlichen Wohnhäusern in bester Lage. Die Anlage betseht aus drei Bauten, die durch die Fassadengestaltung im Stil der Renaissance durchaus als Einheit anzusehen sind. Besonders wird in der zeitgenössischen Beschreibung hervorgehoben, dass sich das "Ganze in einem wohlthuenden und wirksamen Gegensatze zu seiner Umgebung, die in einem hohlen Pathos des üblichen Berliner Stuckschwulstes sich spreizt" zeigt.

Die Abbildung zeigtgt den rechten Bau der Gruppe, dessen Fassade genau wie die des linken Seitenbaus gestaltet ist

Jede der Hauptwohnungen-nur je zwei pro Geschoss- bestand aus 10(!) Zimmern, wobei bemerkt wird, dass die kleineren Wohnungen im hinteren Quergebäude ohne Schwierigkeiten den Hauptwohnungen zugeschlagen werden konnten. Dadurch konnten die großen Wohnungen auf 13(!) Zimmer erweitert werden. Besonders wird außerdem darauf hingewiesen, dass jedes Haus über einen Aufzug verfügte, durchaus ein Luxus in jenen Tagen, der sich aber sicher dadurch auszahlte, dass so auch die Wohnungen in den oberen Geschossen gleich attraktiv waren wie die darunterliegenden.

Die Aufteilung der drei Bauten war in etwa gleich. An das Vorderhaus schlossen sich zwei Seitenflügel an, die mit einem hinteren Quergebäude einen Lichthof umschlossen.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)