Innentreppe in der Villa Grisebach, Fasanenstr. 25, 10719 Berlin - Charlottenburg (1892)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Innentreppe in der Villa Grisebach - Alte Bauten in Berlin

Fasanenstr. 25 (10719 Charlottenburg)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus Grisebach in Charlottenburg, Fasanenstraße 24
2.Erster Blick in die Diele

In der großen Diele des Hauses, die sich über zwei Stockwerke erstreckte, verband eine mit reichgeschnitzten Brüstungen verzierte Treppe die Wohräume im Hochparterre und dem ersten Obergeschoss. Die Schnitzereien wie auch die Stuckarbeiten im Innern des Hauses stammten vom Bildhauer Wilhelm Giesecke (1854-1917), der unter Anderem auch bei der Innenausstattung in den bayrischen Königsschlössern mitgearbeitet hatte.

Die zeitgenössische Baubeschreibung die Diele als einen "in seiner Einfachheit überausgelungenen und reizvollen Raum."   Auch wenn uns diese Einschätzung heute nicht ganz stimmig vorkommt, so muss man sie vor dem Hintergrund von düsteren, oft  bis unter die Decke holzvertäfelten mit schweren dunklen Möbel vollgestellten Räumen der damaligen Zeit betrachten.


Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)