Wohnhaus eines Architekten, Fasanenstr. 26, 10719 Berlin - Charlottenburg (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohnhaus eines Architekten - Alte Bauten in Berlin

Fasanenstr. 26 (10719 Charlottenburg)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus W. Martens in Charlottenburg, Fasanenstraße 25

Die heutige Hausnummer "26" stimmt nicht mit der historischen Hausnummer überein. Das Objekt ist in der Denkmaldatenbank der Berliner Senatsverwaltung gelistet unter der Nummer 09020540.

Der Architekt Wilhelm Martens (1842-1910) erbaute dieses Haus als Wohnhaus für sich und seine Familie, außerdem befanden sich hier im dritten Obergeschoss seine Arbeits- und Atelierräume. Das zweite Obergeschoss war vermietet. Das Haus ist rechts angebaut an das Wohnhaus des Architekten Hans Griesebach, das im Bilderbuch Berlin unter der Nummer 473618 abgebildet und beschrieben ist. Wie in diesem Haus, beide wurden auf recht schmalen Grundstücken gebaut, fällt der Treppenturm der Haupttreppe auf, der vor der eigentlichen Fassade liegend, keinen Platz im Inneren des Hauses beansprucht.

Foto Nr.:473724

Die Grundrisse des Gebäudes zeigen, dass es allerdings an der rückwärtigen Seite des Hauses ein weiteres durchgehendes Treppenhaus zwischen dem Keller und dem Dach gab. Solche Zweittreppenhäuser waren als "Aufgang für Dienstboten" vorgesehen. Das Personal und Lieferanten durften das den "Herrschaften" vorbehaltene vordere Treppenhaus nicht benutzen. Solche "Dienstbotenaufgänge" wurden in sog. "herrschaftlichen" Häusern oft eingebaut. Neben den beiden durchgehenden Treppenhäusern gab es weitere Aufgänge, so z.B. als Verbindung innerhalb der Wohnräume im Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss, zwischen der Küche im Kellergeschoss und der Anrichte neben dem Speisezimmer.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)