Geschäftshaus an der Leipziger Straße - Teilansicht Dachbereich, Berlin (1888)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Geschäftshaus an der Leipziger Straße - Teilansicht Dachbereich - Alte Bauten in Berlin


Die originale Bildunterschrift lautet:

Einzeldarstellung der oberen Geschosse des Hauses Leipzigerstrasse 109 in Berlin

Die Abbildung zeigt die unterschiedliche Gestaltung der Geschosse, wobei die Notwendigkeit der großen Fensterflächen für Ausstellungs- und Belichtungszwecke eine völlige Abkehr von den Formen des Neo-Barock notwendig machen, in dem das Erdgeschoss und die im Detail hier gezeigten beiden oberen Geschosse gestaltet sind.

Diese Unterschiede in der Gestaltung werden auch in der Wahl der verwendeten Materialien deutlich. Während im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen Werkstein (Granit und Sandstein) zur Verwendung kommen, sind die Strukturelemente der beiden Ausstellungsgeschosse mit ihren riesigen Fenstern aus Eisen (Stahl?) gefertigt.

Die Mittelachse der symmetrisch aufgebauten Fassade mit fünf Achsen wird von einem Balkon mit Steinbrüstung, einem kleinen Ziergiebel und einem teilweise in das schiefergedeckte Dach eingelassenen Zwiebeltürmchen überkrönt. Den oberen Abschluss der darunter liegenden Erker bildet ein weiterer Balkon mit einem schmiedeeisernen Gitter.

Bemerkenswert ist das Fehlen von Dachgauben und die Belichtung des Dachgeschosses durch kreisrunde bündig in die Dachfläche eingelassene Fenster.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)