Landhaus im Grunewald, Herthastr., 14193 Berlin - Grunewald (1892)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Landhaus im Grunewald - Alte Bauten in Berlin

Herthastr. (14193 Grunewald)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Landhaus Lucy in Grunewald bei Berlin

In der zeitgenössischen Baubeschreibung findet sich ein Hinweis auf das Nachbarhaus, Haus Wieck. Daraus konnte über die Denkmaldatenbank Berlin die Adresse gewonnen werden, die in der Baubeschreibung nicht angegeben war.

Aufbau und Aufteilung sind aus den beiden beigefügten Grundrissen ersichtlich.

Foto Nr.:473057 Als zusätzliche Information wird die Lage eines Mägdezimmers im vordern Dachgiebel genannt und darauf hingewiesen, dass das Haus zweischalig gebaut wurde, das heißt, dass sich zwischen der Aussenschale und der Innenwand eine Luftschicht befand. Grund für diese Bauweise war neben der Materialersparnis auch schon damals eine gewisse Wärmedämmung.

Wie viele Häuser der damaligen Zeit waren bei Landhaus Lucy auch "..die Wandflächen...an den Hauptseiten mit eingekratzter Malerei versehen."  Dabei handelt es sich hier um florale Malereien auf dem Giebel zur Straße und an der rechten Seite unter dem Dachüberstand auch um eine leider nicht vollstäng zu erkennende Inschrift.    

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)