Landhaus in Grunewald, Koenigsallee 8, 14193 Berlin - Grunewald (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Landhaus in Grunewald - Alte Bauten in Berlin

Koenigsallee 8 (14193 Grunewald)


Die originale Bildunterschrift lautet

Landhaus Eveler in Grunewald, Königsallee 8

Dieses kleine Landhaus wurde in der 1889 gegründeten Villenkolonie Grunewald im Jahre 1890 errichtet. Diese planmäßig gebaute Siedlung entstand auf Grund der Initiative des Bankiers Felix Koenigs, der auch der Namensgeber der Straße wurde. Das Gebiet der Villenkolonie am Rande des großen Waldgebietes war ein sumpfiges von kleinen Seen und Tümpeln durchzogenes Areal, das nach Trockenlegung und Urbarmachung parzelliert und verkauft wurde.

Die Mehrzahl der neu errichteten Bauten in der Kolonie Grunewald waren große Villen auf großzügigen, teilweise parkähnlichen Grundstücken. Hier wohnte die "haute-volée, jott wee dee" im Grünen.

Das Landhaus, als "Wohnsitz der Frau Eveler" ausgewiesen, verfügt über ein Erdgeschoss oberhalb des Kellergeschosses und ein darüberliegendes Halbgeschoss. Das traufständige Satteldach wird im Bereich des Obergeschosses von einem Giebel in Form eines Zwerchhauses unterbrochen, der sich über einem Erkerbereich im Erdgeschoss erhebt. Die Fassadengestaltung zeigt Putzfassaden im Erdgeschoss und durch Fachwerk gestaltete Flächen im Dachgeschoss. Die Gefache sind teilweise farbig ausgemalt.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)