Krankenhausbau, Hansaplatz, 10557 Berlin - Hansaviertel (1889)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Krankenhausbau - Alte Bauten in Berlin

Hansaplatz (10557 Hansaviertel)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Das Sanatorium am Hansaplatz

Bei dem Bau handelt es sich wohl um ein privates Krankenhaus für betuchte Patienten. Dies würde auch zur Sozialstruktur des alten  Hansaviertels passen, das als gutbürgerliches Viertel, beschrieben wird, dessen Bevölkerungsmehrheit Unternehmer und Rentiers  stellten. (Anm.: Rentiers waren keine Rentner im heutigen Sinne, sondern Leute, die von den Renten (Zinsen) ihres Vermögens bzw. von Mieteinnahmen ihrer Immobilien lebten.)

So war: "Die Einrichtung der Krankenzimmer (...) die in besseren Berliner Wohnungen übliche...die Klosets sind sämmtlich solche I. Klasse."   

Die zum Hansaplatz hin abgestumpfte Ecke sollte besonders hervorgehoben werden, was durch die beiden angedeuteten Ecktürmchen, mit den zwiebelförmigen Aufsätzen, den bekrönenden Ziergiebel, den bildhauerischen Fassadenschmuck und die Madonnenfigur verwirklicht wurde.

Das Hansaviertel wurde im Krieg so stark beschädigt, das nur noch ca. 10 % des Baubestandes erhalten blieben. Im südlichen Teil des Bereiches wurde im Zuge der Internationalen Bauausstellung 1957 eine komplett neue, moderne Bebauung verwirklicht, bei der auch die alten Straßen- und Versorgungsstrukturen vollständig verändert wurden. Weltweit bekannte Architekten wurden eingeladen in diesem Bereich ihre Vorstellungen von modernem Wohnbau umzusetzen.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)