Mietshaus im Hansaviertel, Lessingstr. 37, 10555 Berlin - Hansaviertel (1892)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Mietshaus im Hansaviertel - Alte Bauten in Berlin

Lessingstr. 37 (10555 Hansaviertel)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Wohnhaus in Berlin, Lessingstraße 37

Laut zeitgenössischer Baubeschreibung wurde das Haus vom Bauherrn, dem Maurermeister A. Heuschinski, selbst entworfen.  Die vier Wohnungen je Stockwerk " sind so angelegt, dass eine Zusammenziehung je 2 benachbarter zu einer größeren ohne bauliche Aenderungen möglich ist."   Dazu wird auf den beigefügten Grundriss verwiesen.

Foto Nr.:472891

Zur Straßenseite zeigt sich der helle Putzbau dessen "Architekturtheile aus gelblichem Cottaer Sandstein hergestellt" sind mit acht Achsen wobei zwei verschiedene Symmetrien erkennbar sind: vier Achsen der rechten Hälfte verfügen mittig über einen risalitartig vorspringenden zweiachsigen Erker vom Souterrain über das Hochparterre bis zum ersten Obergeschoss, das Zentrum der linken Hälfte zu sechs Achsen ist betont zum Einen durch die Balkone und deren Brüstungen bzw. Überkronungen zum Anderen durch ein Zwerchhaus, das  von einem mehrfach geschweiften Ziergiebel gekrönt ist.

Der Grundriss zeigt die umfassende Nutzung des Grundstücks durch Vorderhaus und Hinterhaus, wobei möglicherweise nach linksseitigem Anbau ein eine Hofsitution von nur 10 X 10 Meter entsteht, die bei der Höhe des Baus nicht nur zu ungünstiger Belichtung aller hofseitigen Räume führen würde.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)