Wohnhaus eines Malers, Klopstockstr. 61, 10557 Berlin - Hansaviertel (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohnhaus eines Malers - Alte Bauten in Berlin

Klopstockstr. 61 (10557 Hansaviertel)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus E. Körner in Berlin, Klopstockstrasse 61

Dieses Haus im alten Hansaviertel war als Wohn- und Atelierhaus für den "Marinemaler" genannten Künstler Ernst (Karl Eugen) Körner (1846-1927) gebaut worden.Körner war zu seiner Zeit als Maler von "Seestücken" und vor Allem als Landschaftmaler sehr bekannt und gefragt.

Es entstand nach Planungen des Architekten Otto Techow (1848-1919) in den Jahren 1890-91. Von Otto Techow stammen auch die Planungen für den Wasserturm in Berlin Steglitz und seine daneben errichtete Villa Anna.

Das Haus verfügte im Obergeschoss über ein geräumiges Atelier für die Arbeit des Hausherrn. Erwähnt wird noch, dass Körner im Dachgeschoss seines Hauses ein Fotoatelier eingerichtet hatte. Es ist anzunehmen, dass er, wie viele Maler seiner Zeit, Fotos seiner Sujets anfertigte, nach denen er dann zu Hause arbeiten konnte.

Bemerkenswert an der Fassade, die in Teilen aus Gusscementornamenten (Steinguss) an Stelle von Werkstein ausgeführt ist, sind der kleine Erker mit dem helmartigen Aufbau auf der linken Seite und der "Söller" genannte Austritt auf der rechten Seite. (Ein Söller ist allgemein eine Plattform oder ein balkonartiger Austritt, der auf einem Unterbau im Erdgeschoss ruht. Im Rheinland und in der Eifel bezeichnet ""Söller " allerdings einen Dachboden/Dachspeicher.)
Der Dachfirst wird von einem filigranen Eisengitter geschmückt.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)