Wohnhaus im alten Hansviertel, Lessingstr. 35, 10555 Berlin - Hansaviertel (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohnhaus im alten Hansviertel - Alte Bauten in Berlin

Lessingstr. 35 (10555 Hansaviertel)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus in Berlin, Lessingstraße 35

Die beiden Bauten Hausnummer 34 und 35 in der Lessingstraße wurden gemeinsam von dem Bauunternehmer und Architekten Carl Bäsell (?-?) geplant und gebaut. Zu den Vorüberlegungen der beiden Bauten führt die zeitgenössische Baubeschreibung aus: "Die Grundrisse wurden von dem Bebauer aufgestellt in der Absicht, mittlere und kleinere herrschaftliche Wohnungen von 5-3 Zimmern, wie sie in jenem vornehmen Vierte (Anm.: Hansaviertel) Berlins besonders gesucht sind, einzurichten."

Das alte Hansaviertel war ein in den 70er Jahren des 19. Jhdts. planmäßig errichtetes Viertel im Spreebogen nördlich des großen Sterns und des Schlosses Bellevue. Es galt als Wohnviertel für mittlere und gehobene Wohnansprüche.

Das alte Hansaviertel wurde zum allergrößten Teil Opfer des Bombenkrieges. Nach dem Kriegsende wurde hier unter Veränderung des Straßennetzes das neue Hansaviertel gebaut. Enstanden war ein durchgrüntes Viertel mit modernen Bauten, das gleichzeitig Ausstellungsgelände der Internationalen Bauausstellung im Jahre 1957 wurde.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)