Triumphalbau , Askanischer Platz, 10963 Berlin - Kreuzberg (1889)

Staatsbesuch des italienischen Königs : Triumphalbau

Askanischer Platz (10963 Kreuzberg)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Die Festststrasse in Berlin am 21. Mai 1889
I. Der Triumphalbau auf dem Askanischen Platz

Der hohe Gast wurde auf dem Anhalter Bahnhof empfangen und von dort ging es über den Askanischen Platz auf dem dieser "Begrüßungsbau" stand. Die zeitgenössische Beschreibung dazu: "Der Bau war von vortefflicher Wirkung, dank seiner wohlabgewogenen Verhältnisse und seiner richtigen Grösse."

Die Größe war tatsächlich richtig, richtig riesig:  14 Meter im Quadrat i.e. ca. 200 Quadratmeter Grundfläche, die Eckpfeiler maßen 11,60 Meter und die Gesamthöhe " das Ganze mit der Krone 18 m hoch"

Neben zwei Architekten waren mit dem Bau beschäftigt: ein Bildhauer, ein Raths-Zimmermeister, ein Hoftapezierer, ein Maler und ein Korbmacher.

...und das war erst der Anfang!!

Weitere Fotos aus dem Album "Staatsbesuch des italienischen Königs"


Die in diesem Album vorgestellten Bildtafeln tragen die Überschrift:

Die Haupt- Zierbauten der Feststrasse in Berlin bei der Einholung König Umberto´s von Italien am 21. Mai 1889

Aud sechs Tafeln werden diese Bauten vorgestellt. Die zeitgenössischen Beschreibungen sind gekennzeichnet von Pathos und Stolz auf die Ergebnisse. Ergebnisse, die uns heute fast kitschig anmuten, zeigen den Zeitgeist, der fast als Sucht zu bezeichnende Drang nach Pracht und Herrlichkeit und auch Protz.

Einige Fakten sollen den Aufwand für eine einzige Durchfahrt des Königs und seines Gastgebers Kaiser Wilhelm II darstellen. Die Beschreibung gibt einen Hinweis auf die Kosten: "Die Stadt-Verwaltung bewilligte nach gründlicher Überlegung und gewissenhafter Prüfung der Haupt- und Nebenumstände, spät aber doch noch rechtzeitig, die erforderlichen Mittel in der Höhe von 150. 000,- M." 150.000 Goldmark bedeuten nach heutiger Kaufkraft  ca. eine Million Euro. Man gönnt sich ja sonst nix! Dabei muss man bedenken, dass ein einfacher Arbeiter damals pro Tag drei bis vier Mark verdiente, auf die er natürlich auch Steuern zu zahlen hatte, Steuern, von denen der gezeigte Protz bezahlt wurde.

Zum Zeitaufwand: "Laues, helles Frühlingswetter  begünstigte ein schnelles Fortschreiten der Arbeit, und es entstand in 4 Tagen und 4 Nächten der prächtige Strassenschmuck, den wir unseren Lesern auf den beifolgenden Blättern in seinen Hauptstücken vorführen."

Beides wäre heute sicher unmöglich!

(Anmerkung: Bei den wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)