...da muss dasWetter doch schön werden!, Schloßplatz, 10178 Berlin - Mitte (1890)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

...da muss dasWetter doch schön werden! - Alte Bauten in Berlin

Schloßplatz (10178 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Wettersäule auf dem Schlossplatz in Berlin

Bei so einem schönen Gehäuse für Instrumente zur Wetterbeobachtung muss doch der Himmel ein Einsehen haben und die Sonne reichlich scheinen lassen.

Selbst so ein banales Teil wie die Einhausung für Thermometer, Hygrometer etc. war zur Zeit des Historismus wert, aufwändig ausgeschmückt zu werden.

Der Entwurf zu dem kleinen Kunstwerk stammte von keinem Geringeren als  Bruno Schmitz (1858-1916). Schmitz war als Architekt an der Errichtung zahlreicher Monumentaldenkmäler beteiligt. So stammt der Entwurf für das Denkmal am Kyffhäuser genauso von ihm wie das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, das Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz und das an der Porta Westfalica.

Schmitz hatte laut zeitgenössischer Baubeschreibung einen Wettbewerb für das Wetterhäuschen gewonnen und musste für den damals als zu gering eingeschätzten Betrag von 4500,- Mark ("...einschließlich der Modelle für die Bildhauerarbeiten, jedoch ausschließlich der Gründung und der Instrumente.") das kleine Bauwerk errichten.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)