Das Palais Ephraim, Poststr. 16, 10178 Berlin - Mitte (1893)
hochgeladen von:
Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
767 mal angesehen.
Album: Alte Bauten in Berlin

Das Palais Ephraim - Alte Bauten in Berlin

Poststr. 16 (10178 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet

Das ehemalige Ephraim´sche Haus Haus in Berli, Poststraße 16

Das Haus an der Ecke der Poststraße und des Mühlendamm wird von den "Architekturblättern" zu den "Hauptbauten des Barockstiles" in Berlin gezählt. Erbaut wurde es in den Jahren 1762 bis 1766 nach Plänen des Architekten Friedrich Wilhelm Diterichs (auch Dietrichs) 1702-1782, der einen viergeschossigen Bau mit einer abgerundeten Ecke schuf.

Der Eigentümer nutzte das Gebäude als Wohnhaus, die Läden im Erdgeschoss wurden vermietet und im Hof betrieb der Eigentümer Veitel Heine Ephraim eine Metallschmelze für Silber. Ephraim war sog. Münzpächter, das heißt, im Auftrag des Königs, Friedrich II (der Große) produzierte er Silbermünzen und brachte sie auch in Umlauf. Er finanzierte außerdem in hohem Maße die Feldzüge des großen Friedrich.

Nach dem Tode des Erbauers hatte das Haus eine bewegte Geschichte, wurde teilweise als Verwaltungsgebäude genutzt, bevor es 1936 abgerissen wurde, da es den Planungen der Nationalsozialisten im Wege stand. Die wichtigsten Bestandteile der Fassade wurden jedoch eingelagert. Anfang der 80er Jahre wurden die Fassadenteile, die im damaligen Westberlin lagerten, an die Behörden der DDR übergeben und diese rekonstruierten den Bau, allerdings nicht an exakt der gleichen Stelle, sondern auf Grund der geänderten Verkehrssituation um einige Meter verschoben. Der rekonstruierte Bau dient heute als Museumsstätte mit wechselnden Ausstellungen.

Die Gitterkonstruktionen auf dem Dach sind Anschlüsse und Verteilungen von Telefonleitungen, die damals noch weitestgehend oberirdisch verlegt wurden. Somit sind sie durchaus, auch in ihrer befragenswerten Ästhetik, mit modernen Sendemasten für Mobilfunk zu vergleichen, die sich allenthalben auf den Dächer finden..

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)