Das Zeughaus, Unter den Linden, 10117 Berlin - Mitte (2014)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: In den 30er Jahren

In den 30er Jahren : Das Zeughaus

Unter den Linden (10117 Mitte)


Als Zeughaus oder Arsenal bezeichnete man bis in das 19. Jhdt. ein Gebäude oder Gebäudekomplex, der für die Lagerung und Instandhaltung der schweren Kriegswaffen bestimmt war. Hier wurden aber oft auch erbeutete oder altertümliche Waffen und Gerät der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so dass diese Einrichtungen neben anderen (z.B. Schatzkammern, Wunderkabinette)als Vorläufer von Nuseen gelten. Zeughäuser sollten neben der reinen Funktion als Waffenlager und Reparaturwerkstatt auch die Macht und das Ansehen der Eigentümer, eines Staates oder Fürsten oder einer Stadt repräsentieren. So entstanden oft prächtige Bauten in der Nähe von Residenzen oder Regierungssitzen.

Das brandenburgisch-preussische Zeughaus in Berlin wurde 1726 nach fast 35 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Bis nach dem Deutsch Französischen Krieg 1870/71 diente es seiner ursprünglichen Zweckbestimmung als Lager der Kriegswaffen, hauptsächlich der Artillerie. Ab 1830 wurde in dem Bau, dessen bildhauerische Ausschmückung in großen Teilen von dem Bildhauer und Architekten Andreas Schlüter (1659 od. 1664-1714) geschaffen worden waren, bereits eine öffentlich zugängliche Waffensammlung gezeigt. Aus ihr entstand ein Kriegsmuseum, das nach 1918 den Preussischen Kunstsammlungen angegliedert wurde. Nach 1945 richtete die DDR Regierung hier ein Museum für Deutsche Geschichte ein, das nach 1990 in dem Deutschen Historischen Museum aufging.

Das Barockgebäude, das auch den Krieg nur mit schweren Beschädigungen überstanden hatte, gilt als das älteste erhaltene Gebäude Unter den Linden.

Der Figurenschmuck, aber auch die Fensterüberkrönungen und die Gestaltung der Portalzone sind Nachschöpfungen der Werke Andreas Schlüters, deren Originale zum großen Teil im Kriege verglüht waren.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme, 1938, waren natürlich die Originalfiguren noch vorhanden.

Weitere Fotos aus dem Album "In den 30er Jahren"


Die Fotos dieses Albums, meist Ansichtskarten, stammen aus dem Nachlass eines Kölner Fotografen, der kurz vor dem Kriege und auch im Kriege in Berlin lebte und arbeitete. Über seine Familie wurden uns diese Abbildungen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank.

Die Redaktion hat sie mit kleinen Texten versehen, wobei es durchaus möglich ist, dass auf Informationen früher eingestellter Bilder zurückgegriffen wurde.