Das Zeughaus in Berlin, Unter den Linden, 10117 Berlin - Mitte (1890)
hochgeladen von:
Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
808 mal angesehen.
Album: Details von Schloss und Zeughaus

Details von Schloss und Zeughaus : Das Zeughaus in Berlin

Unter den Linden (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Mittelbau des Kgl. Zeughauses (Südseite) in Berlin

Der Bau des Zeughauses an der Straße Unter den Linden geht auf eine Anweisung des Großen Kurfürsten (Friedrich Wilhelm von Brandenburg [1620-1688]) zurück, der in seinem Testament den Bau eines Arsenals verfügte. Der erste Entwurf für das Gebäude, das der Lagerung der Waffen dienen sollte, stammte vom französischen Architekten Nicolas-François Blondel (1618-1686). Blondel konzipierte einen quadratischen Bau von ca.90 Metern Seitenlänge mit einem Innenhof. Der Bau wurde nicht vor 1695 begonnen und es sollte 35 Jahre dauern, bis im Jahre 1729 der Bau seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Es waren eine Reihe von Architekten an der Ausführung beteiligt unter Anderem Andreas Schlüter (1659 od. 1664-1714), dessen architektonischer Einfluss zwar gering war, der aber den größten Teil des plastischen Schmucks schuf. Dazu gehören neben den Figuren und Figurengruppen auf dem Gesimse des Hauses der ornamentale Schmuck der Fassaden und Eingangsituationen sowie, immer wieder lobend hervorgehoben, die Gesichter der sterbenden Krieger.

Das Foto zeigt den Haupteingang im Mittelteil der Südseite. Risalitartig vorspringend wird der überkrönende Dreiecksgiebel von vier Säulen getragen. Über den Säulen bilden auf dem Gesimse zwei Figurengruppen einen figürlichen Abschluss des markanten Bauteils.

Nach seiner Nutzung als Arsenal wurde das Zeughaus zu einem Museum, zunächst als öffentlich zugängliche Waffensammlung, auch von Beutewaffen, dann zu einer "Ruhmeshalle der preussischen Armee". Nach dem Krieg, in dem das Haus stark zerstört wurde, installierte die Führung der DDR hier ein Museum für deutsche Geschichte, deutsche Geschichte natürlich vor Allem aus dem ideologisch gefärbten Blickwinkel der sozialistischen Machthaber.

Nach der Wende wurde hier nach umfassenden Umbauten und Renovierungen das Deutsche Historische Museum untergebracht.

Weitere Fotos aus dem Album "Details von Schloss und Zeughaus"


Vier Bilder des Albums stammen aus einer Sammlung von "Barock- und Rococo (sic!) Architektur", die im Jahre 1885 von Robert Dohme (1845-1893), einem bedeutenden Kunsthistoriker und Museumsdirektor herausgegeben wurde. Verlegt wurde die Mappe vom Verlag Ernst Wasmuth, ein auf Architektur spezialisiertes Unternehmen, das eine Reihe derartiger Kompendien und Architekturzeitschriften herausgegeben hat.

Derartige Sammlungen dienten in der Zeit des Historismus Architekten und Bauherren als Vorlagen für ihre Bauvorhaben, die sich entsprechend den ekletizistischen Architekturvorstellungen der Zeit vor der Wende zum 20. Jhdt. an historischen Vorbildern orientierten.

Weitere Blätter der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht. Erläuterungen dazu hier

Das Berliner Schloss galt als eines der Meisterwerke des Barock. Es war bis zum Ende des Kaiserreichs 1918 die Residenz der Hohenzollern im Herzen von Berlin. Nach Zerstörungen des Krieges ließen die kommunistischen Machthaber das Schloss zu Beginn der 50er Jahre komplett sprengen. Nach ihrer Lesart war der Bau Hort, Zentrum und Symbol des preussischen Militarismus, den man auf diese Weise demonstrativ zerstören wollte.

Architekt, Bildhauer des Skulpturenschmucks, Gestalter der Innenräume und Bauleiter war Andreas Schlüter (1659 od. 1664 - 1714), der von 1699 bis 1706 der verantwortliche Schlossbaumeister war.

Das Zeughaus, ab 1702 Waffenlager (Arsenal) der preussischen Armee, wurde ab Mitte des 19.Jhdts. von verschiedenen Museen genutzt u.a. im Dritten Reich als Kriegsmuseum. In der DDR-Zeit beherbergte das entkernte und umgebaute Bauwerk ein "Museum für Deutsche Geschichte (MfDG)", dessen Bestände nach der Wende in das nunmehr hier ansässige "Deutsche Historische Museum (DHM)" übernommen wurden.