Der Ruf der Freiheit, Dorotheenstr., 10117 Berlin - Mitte (1990)

DIE BERLINER MAUER: SINNBILDER DER FREIHEIT UND ARTEFAKTE DER GEWALT -2- : Der Ruf der Freiheit

Dorotheenstr. (10117 Mitte)


 

DIE BERLINER MAUER: SINNBILDER DER FREIHEIT ARTEFAKTE DER GEWALT

"Die Mauer verhinderte 28 Jahre das normale Zusammenleben in der Stadt. Sie war Ausdruck der Unvereinbarkeit zweier Gesellschaftssysteme. Als bewachte Staatsgrenze, an der Menschen verbluteten, stellte sie ein Sinnbild der Unmenschlichkeit dar. Mit ihrer politischen Überwindung wandelte sich ihr Symbolwert. Das Bild ihres Verfalls wurde für kurze Zeit zum Bild des Triumphes von Humanität und Freiheit.“

„Wenige Wochen nach dem 9. November 1989, der politischen Wende, habe ich in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores begonnen, diesen historischen Prozeß mit der Kamera festzuhalten und photoästhetisch zu gestalten. Bei der Auswahl der Motive ließ ich mich von der Vorstellung leiten, daß in den Durchbrüchen der Mauer der Durchbruch zu einem neuen Gesellschaftsverständnis seinen bildhaften Ausdruck gefunden hat. Dieses Hauptmotiv wurde von mir auf unterschiedliche Weise variiert. Lichteffekte, skripturale Zeichen und die Struktur der Hammerschläge stellen die wesentlichen Ausdrucksträger dar. Durch Montagen, Konzentration auf die Bildmitte oder Kombinationen von Ausschnitten strebe ich epigrammatische Aussagen zur Thematik an.“

HORST-PETER ZEINERT Copyright

Katalog-Faltblatt zur AUSSTELLUNG: DIE BERLINER MAUER - Prag und Berlin - 1990 in Zusammenarbeit mit dem Prager Kulturmagazin "Kvety" und dem Museum Haus am Checkpoint Charlie in Berlin unter der Leitung von Dr. Rainer Hildebrandt (Aus seinem Katalogtext ZUM GELEIT: "Die Kunstgeschichte der Mauer wird früher oder später geschrieben werden. Dann werden Zeinerts Fotos unentbehrlich sein, denn in ihnen ist die absterbende und mit neuem Leben sich erfüllende Epoche an einem Zeitabschnitt der Mauergeschichte sichtbar geworden.") Alle Rechte vorbehalten

Hinweis:

(Siehe auch) den am 13. August 2012 veröffentlichten Text dazu „Berlin – Sinnbilder der Freiheit“ unter DENKEN FÜR DIE FREIHEIT im Blog der Friedrich-Naumann-Stiftung FÜR DIE FREIHEIT

(Kultur/Literatur/Kunst)

http://liberalesinstitut.wordpress.com/2012/08/13/berlin-sinnbilder-der-freiheit/

www.freiheit.org

Der Rufer, die Bronze-Plastik von Gerhard Marcks (1889 - 1981), wurde anlässlich seines 100. Geburtstages 1989 bewusst als politisches Zeichen in Berlin auf der Straße des 17. Juni aufgestellt. Das Foto zeigt diesen Symbolwert in einer Bildserie, die sich mit der einst geteilten Stadt in Ost- und West-Berlin und ihrer wieder erlangten Freiheit befasst. Die szenische Darstellung markiert den Grenzbereich Dorotheenstraße, einem historisch bedeutsamen Quartier der Stadt. Die Symbole der Macht, Reichstag und Grenzkontrollturm der DDR sowie der Grenzposten in seiner faktisch legitimierten Staatsuniformität werden durch den Ruf der Freiheit in ein anderes Licht gerückt: Die Systemschranke wird überwunden.

Weitere Fotos aus dem Album "DIE BERLINER MAUER: SINNBILDER DER FREIHEIT UND ARTEFAKTE DER GEWALT -2-"