Die Parochialkirche , Klosterstr. 66, 10179 Berlin - Mitte (1892)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Die Parochialkirche - Alte Bauten in Berlin

Klosterstr. 66 (10179 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet

Der Thurm der Parochialkirche in Berlin

Dieser Kirchenbau war das erste Berliner Gotteshaus der Reformierten Kirche einer der evangelischen Kirchen. Der Bau wurde notwendig, da der Kurfürst Anfang des 17. Jhdts. zum Calvinismus übergetreten war. Die reformierte Gemeinde ersuchte gegen Ende des 17. Jhdts. den Herrscher um Erlaubnis für einen eigenen Kirchenbau.  Verschiedene Architekten haben teilweise unter Vereinfachung eines ursprünglichen Entwurfs von Johann Arnold Ne(h)ring (1659-1695) einen Zentralbau mit vier Konchen geschaffen, von denen die eine an die hier sichtbare Vorhalle anschließt. Über der Vorhalle erhebt sich der Turm auf quadratischem Grundriss, darüber schließt sich die Glockenstube an, für die der preussische König Friedrich I. in den Niederlanden ein Glockenspiel gießen ließ.

Der Kirchenbau wird in den "Blättern für Architektur...." den "Hauptbauten des Barockstiles in Berlin" zugerechnet.

Im Kriege stark zerstört wurde der Kirchenbau zu DDR-Zeiten stark vernachlässigt. Erst nach der Wende im Jahre 1990 wurde mit der Wiederherstellung begonnen. Mit der Einweihung des Turms und des Glockenspiels, eines neuen "Carillion" wurde die Kirche Mitte des Jahres 2016 vollständig wiederhergestellt der Gemeinde übergeben.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)