Druckerei und Confection, Hausvogteiplatz 11a, 10117 Berlin - Mitte (1892)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Druckerei und Confection - Alte Bauten in Berlin

Hausvogteiplatz 11a (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohn- und Geschäftshaus in Berlin, Hausvoigteiplatz 11a

In dem Haus befanden sich hauptsächlich Geschäftsräume, lediglich das vierte Obergeschoss wurde für Wohnzwecke genutzt. Als Architekt wird Regierungsbaumeister E. Peters genannt, der in einem eigenen Kommentar in der Baubeschreibung moniert, dass "1., 2., und drittes Geschoss für ein großes Confectionsgeschäft [dienen], das leider durch seine vielen und ungeschickt angebrachten Firmen und Schilder die Ruhe der Fassade sehr beeinträchtigt."

Die Fassade zeigt sich dreiachsig, wobei die mittlere Achse durch etwas größere Breite und Zierat betont ist. Sie verfügt darüberhinaus über einen kleine Erker in 4. Obergeschoss und einen überkrönenden Ziergiebel. Der Ziergiebel ist als Treppengiebel mit geschweiften Stufen aufgeführt, in der Spitze ist die Jahreszahl (Baujahr?) 1889 zu erkennen.Über den Aussenachsen befinden sich im Dachbreich kleine dreieckige Dachgauben.

Fensterbrüstungen und Verzierungen sind in Werkstein ausgeführt, der Großteil der Fassade mit Backsteinen verblendet.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)