Dufthaus, Jägerstr. 45, 10117 Berlin - Mitte (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Dufthaus - Alte Bauten in Berlin

Jägerstr. 45 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet

Kauf- und Wohnhaus in Berlin, Jägerstraße 45

Die Überschrift "Dufthaus" wurde gewählt, da die Firma von Gustav Lohse seit den 30er Jahren des 19. Jhdts. in Berlin eine Parfüm- & Seifenfabrik betrieb. Ursprünglich in der Jägerstraße 31 ansässig erfolgte der Umzug in die Jägerstraße 45/46 bereits wenige Jahre später. In den Jahren 1886/87 wurde der hier abgebildete Bau durch die Architekten Wilhelm Böckmann (1832-1902) und Hermann Ende (1829-1905) geplant und fertiggestellt. Ende & Böckmann waren eines der angesehensten und erfolgreichsten Berliner Architekturbüros am Ende des 19. Jhdts.

Während im Erdgeschoss und den beiden ersten Obergeschossen Verkaufs- und Geschäftsräume eingerichtet wurden, dienten das dritte und vierte Obergeschoss als Wohnungen. Die zeitgenössische Baubeschreibung weist auf eine besondere Bauauflage hin, die hier wiedergegeben werden soll:"..enthält..im 3. und 4. Stockwerk - welch letzteres auf Grund eines Einspruchsrechtes der Krone, das auf dem Grundstücke ruht, an der Straße nicht in Erscheinung treten durfte - die Wohnungen der Besitzer."

Das oberste Geschoss des wahrscheinlich traufständigen Hauses wurde also etwas zurückversetzt und hinter der Brüstung am oberen Abschluss "versteckt" . 


Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)