Eingang der Universität, Unter den Linden, 10117 Berlin - Mitte (1890)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Eingang der Universität - Alte Bauten in Berlin

Unter den Linden (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Eingangsthor der Königlichen Universität in Berlin

Das Gebäude wurde nach dem Tode des Prinzen Heinrich von Preussen (1726-1802) von seinem Neffen Friedrich Wilhelm III. zum Sitz der neugegründeten Berliner Universität bestimmt. Der Bau ist bis heute Sitz dieser, heute "Humboldt-Universität" genannten Hochschule. Auch dieser Bau wird von den Autoren der "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk" den "Hauptbauten des Barockstiles in Berlin" zugerechnet. Am einfachen, strengen, schnörkellosen Stil des Baus lassen die zieratverwöhnten Autoren der Baubeschreibung des Jahres 1890 jedoch kein gutes Haar: "Das Aeussere erscheint trotz guter Einzelbildung bei dem Mangel kräftiger Gliederungen an den langgsetreckten fronten schon durch die langweiligen Bogenfenster eintönig und geistlos und darin völlig dem überaus nüchternen, erfindungsarmen Grundrisse entsprechend."

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)