Fassadendetail des Plesschen Palais, Wilhelmstr. 94, 10117 Berlin - Mitte (1890)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Fassadendetail des Plesschen Palais - Alte Bauten in Berlin

Wilhelmstr. 94 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Der Palast des Fürsten von Pless in Berlin, Wilhelmstrasse 78
2. Theil der Ostwand

Diese Frontalansicht zeigt wie der Gesamtbau deutlich die französischen Einflüsse auf die Gestaltung, die in einer zeitgenössischen Kritik als "zopfiger, französischer Rokokkostil Ludwig des Vierzehnten" bezeichnet wird". 

Die Aufnahme zeigt aber gerade das Gegenteil. Steng symmetrischer Aufbau, kein Übermaß an Zierat, wie er oft in zeitgenössischen Bauten des Historismus zu finden ist, klare Formen bei der Gestaltung der Fenster und Brüstungen.  

Im Übrigen war es seit dem Ende des 17. Jhdts. geradezu eine Preussische Tradition, französische Einflüsse in Bauentwürfe und -gestaltung einfließen zu lassen. Dies wurde nicht zuletzt durch den Zuzug französischer Hugenotten nach Preussen befördert.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)