Großstadtleben um 1900, Alexanderplatz, 10178 Berlin - Mitte (1904)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Großstadtleben um 1900

Alexanderplatz (10178 Mitte)


Am "Alex" wie der Platz abgekürzt genannt wird war schon um 1900 ein Zentrum innerstädtischen Lebens und des Großstadtverkehrs. Es gibt zwar noch keine Autos, aber neben der "Elektrischen" erkennt man "Omnibusse", große Pferdekutschen für den öffentlichen Personentransport, die ohne Schienen auf festen Strecken nach festen Fahrplänen verkehrten. Gütertransporte wurden mit Handkarren und Pferdefuhrwerken durchgeführt.

Anders als heute konnte zu dieser Zeit offensichtlich jeder Unternehmer an der Hausfassade großflächig Reklame für sein Gewerbe machen. Oben unter dem Kirchturm ein großes Transparent für Albert Meyer offensichtlich ein Buchdrucker und Papierhändler, denn weiter unten macht er auf seine "Fabrication von Contobüchern", seine "Papierhandlung" und auf seinen Handel mit "Schreib- und Zeichenmaterialien" aufmerksam. Dazwischen macht die "Piano Fabrik Julius Pfaffe" Reklame für ihre Produkte.

Am rechten Bildrand haben sich ein "Zahn Atelier" und ein Geschäft für "Amateur Photograpie" niedergelassen.

Der hohe Kirchturm gehört zur Georgenkirche, die als Nachfolgebau mehrerer älterer Kirchen und Kapellen im Jahre 1898 von dem Architekten Johannes Otzen (1839-1911) gebaut wurde. Sie stand nordöstlich des Alexanderplatzes. Das im Kriege beschädigte Gotteshaus durfte nach dem Willen der kommunistischen Machthaber nach dem Kriege nicht mehr aufgebaut werden, obwohl der markante Turm und Teile der Aussenmauern noch standen. Im Jahre 1951 wurden die Reste gesprengt.

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