Kaiserwohnung, Bebelplatz, 10117 Berlin - Mitte (1890)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Kaiserwohnung - Alte Bauten in Berlin

Bebelplatz (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Das Palais Kaiser Wilhelms I. in Berlin

Der erste Kaiser des 1871 gegründeten Reiches hatte den Bau als junger Prinz in den 30er Jahren des 19. Jhdts. als Wohnsitz für sich und seine Gemahlin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach errichten lassen. Architekt des Baus war Carl Ferdinand Langhans (1781 od. 82-1869), dem Sohn von Carl Gotthard Langhans. Das Gebäude, das auch als "Altes Palais" bezeichnet wird, lehnt sich unmittelbar an die "Alte Bibliothek" an.

Nachdem der Prinz zunächst zum Regenten für seinen Bruder Friedrich Wilhelm IV., dann zum preussischen König und zum Deutschen Kaiser aufgestiegen war, blieb er dennoch in seinem angestammten Wohnsitz und zog nicht in das Königliche Schloss. 

Der hier nur zur Hälfte sichtbare Portikus mit seinen vier jonischen Säulen ist das bedeutendste Merkmal der ca 40 Meter langen Fassade. Das Palais besitzt zwei Hauptgeschosse und als oberen Abschluss ein Mezzaningeschoss.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)