Konzertsaal, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin - Mitte (1888)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Konzertsaal - Alte Bauten in Berlin

Am Festungsgraben 2 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Der Concertsaal der Singakademie in Berlin (Nach dem Umbau des Jahres 1888)

Die Singakademie ist ein seit 1791 bestehender gemischter Laienchor, der als der älteste seiner Art weltweit bezeichnet wird. Ab 1827 verfügte die Einrichtung über ein eigenes Konzerhaus, das nach Entwürfen Karl-Friedrich Schinkels (1781-1841) erbaut wurde.

Das bis heute bestehende Gebäude ist nach rechtswidriger Enteignung durch die DDR-Behörden aktuell Sitz des Maxim-Gorki-Theaters.

Durch den Umbau im Jahre 1888 wurde die Kapazität des Konzertsaals erweitert, außerdem wurde die hier sichtbare Orgel eingebaut und entsprechend geänderter Sicherheitsvorschriften kam es zu einer Erweiterung der Treppenhäuser bzw. zur Hinzufügung weiterer Zu-und Abgänge.

In zeitgenössischer Diktion wird im Bericht über dem Umbau wird besonders der Erhalt der hervorragenden Akustik des Saals gewürdigt:

Das Wichtigere aber, die berühmte Akustik, für die so vielfach gefürchtet war, erwies sich schon nach den ersten Kängen der Händel´schen Weise (Anm.: Zur Neueröffnung wurde das Oratorium "Der Messias" von Georg Friedrich Händel aufgeführt.) als in keiner Weise geändert, ja von Manchem wurde sie noch als gebessert empfunden. So war die Befriedigung mit Recht eine allgemeine.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)