Mittelallee mit Durchblick auf das Denkmal Friedrich des Großen, Unter den Linden, 10117 Berlin - Mitte (1904)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Mittelallee mit Durchblick auf das Denkmal Friedrich des Großen

Unter den Linden (10117 Mitte)


Die Straße Unter den Linden, heute eine breite Avenue, auf der das innerstädtische Leben brodelt, war ursprünglich ein Verbindungsweg vom Stadtschloss durch den Tiergarten zur Sommerresidenz der preussischen Könige, dem Schloss Charlottenburg. Die Ausdehnung der Stadt Berlin beschränkte sich in der Mitte des 17. Jhdts. auf die große Spreeinsel mit dem Schloss und dem Bereich unmittelbar östlich davon. So führte der Reitweg im Wesentlichen durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet westlich der Stadt. Der in der Mitte des 16. Jhdts. entstandene Weg wurde etwa 100 Jahre später mit Linden und Nussbäumen bepflanzt, wobei Bäume an "Landstraßen" nicht zur Zierde dienten, sondern Pferden, Reitern und Fuhrwerken im Sommer Schatten spendeten.

Je mehr sich die Stadt nach Westen ausdehnte (Friedrichstadt, Dorotheenstadt) wurde die Straße zu einem Prachtboulevard, dessen Seiten repräsentative Gebäude säumten. (Kronprinzenpalais, Zeughaus, Kommandantenhaus, später das Opernhaus und die Universität) Zwischen dem östlichen und westlichenTeil der Straße wurde in der Mitte des 19. Jhdts. das große Reiterstandbild des Königs Friedrich II.(der "alte Fritz") errichtet. Im Gegensatz zum östlichen Teil mit seinen repräsentativen Bauten im Anschluss an die Residenz der Hohenzollern entstanden weiter westlich bis zum Beginn des 20. Jhdts. repräsentative Wohnbauten beiderseits der Straße. Das westliche Ende der Prachtallee bilden der Pariser Platz und das Brandenburger Tor.

Auf dem Foto erkennt man, dass der Verkehr noch ganz von Pferdekutschen bestimmt ist. Die breite Mittelallee ist Fußgängern und Flaneuren vorbehalten und links und rechts gibt es zum Ausruhen Klappstühle, die heute wohl recht schnell verschwinden würden.

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