Mosse Palais , Voßstr., 10117 Berlin - Mitte (1898)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Mosse Palais - Alte Bauten in Berlin

Voßstr. (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Wohnhaus Rudolph Mosse in Berlin
Ansicht von der Vossstrasse aus

Rudolph Mosse (1843-1920)war einer der führenden Zeitungsverleger Deutschlands. Ausgangspunkt seines Konzerns war das Geschäft mit der Vermittlung von Zeitungsanzeigen für Werbekunden.  In der Anfangszeit pachtete er, bevor er eigene Zeitungen gründete, die kompletten Anzeigenteile von Zeitungen, um sie dann en detail zu vermarkten. Neben den Tageszeitungen in Berlin publizierte er Wochenzeitungen und eine große Zahl von Fachzeitschriften.

Mitte der 80er Jahre ließ er sich zwischen Leipziger Platz und der Voßstr. ein Palais errichten, das "Unter den zahlreichen, palastartigen Bauten...eine hervorragende Stelle" (einnimmt), sowohl wegen seiner Grösse und seiner bevorzugten Lage in der Achse des belebten Platzes der Kaiserstadt, wie vor Allem durch die Pracht in der Ausstattung und den Reichthum der bei letzterer aufgewandten künstlerischen Mittel.

Die hier gezeigte Vorderseite ging auf die Voßstr., während die andere Front am Leipziger Platz lag.     

Zur Veranschaulichung wird der in der Beschreibung abgebildete Grundriss hier eingefügt.

Foto Nr.:472285

 

 

 

 

 

Zur Lage: Die untere Seite (Südseite) geht auf den Leipziger Platz, während die Vorderseite mit dem von den Seitenflügeln umfassten Vorplatz an der Voßstr. liegt.   

Die Bedeutung des Baus ergibt sich unter Anderem aus der Tatsache, dass die Beschreibung ca. zwei Spalten einnimmt, während die Herausgeber sich üblicherweise mit höchstens einer halben Spalte zur Beschreibung der einzelnen Tafeln begnügen.


Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)