Nationaldenkmal für Wilhelm I., Schloßplatz, 10178 Berlin - Mitte (1934)
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Album: Historische Berliner Fotos

Historische Berliner Fotos : Nationaldenkmal für Wilhelm I.

Schloßplatz (10178 Mitte)


Dieses Denkmal stand, bis zu seiner vollständigen Abtragung im Jahre 1951, an der Westseite des Königlischen Schlosses. Die kleinen Häuser der Schlossfreiheit wurden dafür abgerissen und der kurze Mühlgraben zugeschüttet. Das monumentale Bauwerk, mit einer Gesamthöhe von ca. 21 m (allein die Reiterstatue war 9m hoch) und einer Gesamtbreite mit den Umfassungsbauten von ca. 75 m, wurde in dreijähriger Bauzeit zwischen 1894 und 1897 errichtet. Wie bei vielen anderen Denkmälern aus der Zeit von Wilhelm II. war auch hier der Bildhauer Reinhold Begas (1831-1911) der federführende Künstler. Begas war der Lieblingsbildhauer von Wilhelm II.

Die Gesamtgestaltung des Denkmals und vor Allem der zahlreichen umgebenden Figuren, waren schon kurz nach der Einweihung auch Zielscheibe des Spotts. In der Zeit des Historismus und gerade nach der Thronbesteigung von Wilhelm II. (1888) war es üblich, solche Monumente wie auch Fasaden und Kirchen über und über zu verzieren. Oft gerieten die Bauten überladen und wirkten klotzig-protzig. Ein spöttischer Chronist vermerkte wieviele Zusatzfiguren das Denkmal "schmückten": 53 Personen und insgesamt 157 Tiere. Der Volksmund spottete:

Das ist der Zoo
von Wilhelm zwo
.

Die ostzonalen Machthaber ließen das Denkmal, das im Kriege kaum beschädigt worden war, ähnlich wie das Schloss, als Symbol der reaktiononären Herrschaft der Hohenzollern abtragen.

Der Grundriss des Bauwerks ist auf dem Luftbild an der Ecke Schloßplatz und Kupfergraben unter dem Hinweispfeil noch deutlich wahrnehmbar.

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