Opernhaus, Bebelplatz 7, 10117 Berlin - Mitte (1888)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Opernhaus - Alte Bauten in Berlin

Bebelplatz 7 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Das Königliche Opernhaus in Berlin

Die Front des Gebäudes hat ihre Vorbilder in antiken Bauten und in der Renaissancearchitektur der Villen des italienischen Archtekten Andrea Palladio (1508-1580), aber auch in den Werken des englischen Architekten und Baumeisters Inigo Jones (1573-1652).

Der Bau wurde auf Veranlassung von Freidrich dem Großen 1741 begonnen, der wohl auch maßgeblichen Einfluss auf die Pläne des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) genommen hat. Nach mehreren Umbauten brannte der Bau im Jahre 1843 bis auf die Aussenmazern ab. Dies wird in den Baubeschreibungen des Jahres 1888 als außergewöhnlich beschrieben: Der Bau v. Knobelsdorffs hat - ein in der Geschichte der Theater ungewöhnlicher Fall - volle hundert Jahre ohne Unfall bestanden, bis ihn in der Nacht vom 18. zum 19. August ein Brand bis auf die Aussenmauern zerstörte.  

(Anm: Theater waren bis zur Erfindung des elektrischen Lichts ständig der Gefahr von Bränden ausgesetzt, da die gesamte Beleuchtung sowohl der Bühne als auch des Zuschauerraums durch offenes Feuer-Kerzen und Öllampern, später auch Gasleuchten erfolgte. So führt eine einschlägige Liste für die Zeit vom frühen 17. Jhdt. bis zum Ende des 19. Jhdt ca. 50 größere Theaterbrände auf.)

 

Nach dem Ende der Monarchie erhielt das Opernhaus den Namen "Deutsche Staatsoper". Es ist heute nach umfassenden Umbau- und Renovierungsarbeiten wieder die Spielstätte der Staatsoper.

 

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)