Portal im Berliner Schloss, Schloßplatz, 10178 Berlin - Mitte (1885)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Details von Schloss und Zeughaus

Details von Schloss und Zeughaus : Portal im Berliner Schloss

Schloßplatz (10178 Mitte)


Die Orginalunterschrift der Abbildung lautet:

" Berlin Königliches Schloss:
Nordflügel, Portal No. 4"
Erbaut von 1698-1708

Durch dieses Portal gelangte man vom Lustgarten in den großen Schlosshof. Dieses Gebäudeteil wurde nach der Entlassung Andreas Schlüters (1659 od. 1664-1714) als Schlossbaumeister im Jahre 1707 unter der Leitung seines Nachfolgers Johann Friedrich Eosander von Göthe (1669-1728) fertiggestellt.

Der mitabgebildete Herr links unten gibt eine ungefähre Vorstellung von der Größe des Bauwerks.

Besondere Bedeutung erhielt dieses Portal in der Revolution am Ende des ersten Weltkrieges. Vom Balkon über dem Portal rief Karl Liebknecht (1871-1919) am 9. November 1918 die sozialistische deutsche Republik aus. Die Führung der DDR ließ daher aus nach der Sprengung des Schlosses noch vorhandenen Bauteilen eine Rekonstruktion des Portals in die Fassade des Gebäudes (erbaut 1962-1964) integrieren, in dem der Staatsrat der DDR seinen Sitz hatte. In dieser Zeit trug das rekonstruierte Bauteil den Namen "Liebknecht-Portal". Nach verschiedenen Zwischennutzungen ist heute in dem ehemaligen Staatsratsgebäude der sozialistischen DDR eine (kapitalistische ?) Managerhochschule untergebracht.

Weitere Fotos aus dem Album "Details von Schloss und Zeughaus"


Vier Bilder des Albums stammen aus einer Sammlung von "Barock- und Rococo (sic!) Architektur", die im Jahre 1885 von Robert Dohme (1845-1893), einem bedeutenden Kunsthistoriker und Museumsdirektor herausgegeben wurde. Verlegt wurde die Mappe vom Verlag Ernst Wasmuth, ein auf Architektur spezialisiertes Unternehmen, das eine Reihe derartiger Kompendien und Architekturzeitschriften herausgegeben hat.

Derartige Sammlungen dienten in der Zeit des Historismus Architekten und Bauherren als Vorlagen für ihre Bauvorhaben, die sich entsprechend den ekletizistischen Architekturvorstellungen der Zeit vor der Wende zum 20. Jhdt. an historischen Vorbildern orientierten.

Weitere Blätter der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht. Erläuterungen dazu hier

Das Berliner Schloss galt als eines der Meisterwerke des Barock. Es war bis zum Ende des Kaiserreichs 1918 die Residenz der Hohenzollern im Herzen von Berlin. Nach Zerstörungen des Krieges ließen die kommunistischen Machthaber das Schloss zu Beginn der 50er Jahre komplett sprengen. Nach ihrer Lesart war der Bau Hort, Zentrum und Symbol des preussischen Militarismus, den man auf diese Weise demonstrativ zerstören wollte.

Architekt, Bildhauer des Skulpturenschmucks, Gestalter der Innenräume und Bauleiter war Andreas Schlüter (1659 od. 1664 - 1714), der von 1699 bis 1706 der verantwortliche Schlossbaumeister war.

Das Zeughaus, ab 1702 Waffenlager (Arsenal) der preussischen Armee, wurde ab Mitte des 19.Jhdts. von verschiedenen Museen genutzt u.a. im Dritten Reich als Kriegsmuseum. In der DDR-Zeit beherbergte das entkernte und umgebaute Bauwerk ein "Museum für Deutsche Geschichte (MfDG)", dessen Bestände nach der Wende in das nunmehr hier ansässige "Deutsche Historische Museum (DHM)" übernommen wurden.