Rückwärtige Ansicht Berliner Dom, Am Lustgarten, 10178 Berlin - Mitte (2011)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Rückwärtige Ansicht Berliner Dom

Am Lustgarten (10178 Mitte)


Der ursprüngliche Berliner Dom war nach der Kapelle der ersten Burg die ehemalige Klosterkirche der Dominikaner an der Südseite des Schlosses. Hier war auch die Grablege der brandenburgischen Fürsten. Diese Situation blieb auch bestehen, als Brandenburg protetantisch geworden war.

Friedrich der Große ließ in der Mitte des 18. Jhdts. als Ersatz für die inzwischen baufällige gotische Kirche im barocken Stil einen neuen Dom am Lustgarten errichten. In diesen Kirchenbau, dem Standort des heutigen Doms, wurden auch die Särge der verstorbenen brandenburgischen Fürsten verbracht, die alte Domkirche wurde abgerissen.

Den barocken Bau gestaltete Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) zu Anfang des 19. Jhdts im klassizistischen Stil. Ab dem ersten Drittel des 19. Jhdts. wurde der Ruf laut, einen größeren, repräsentativeren Kirchenbau als Dom der preussischen Hauptstadt zu errichten. Erste Bauanstrengungen wurden aus finanziellen Gründen im Jahre 1848 eingestellt.

Spätestens mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde der Gedanke einer repräsentativen Domkirche wieder aufgenommen. Unter dem maßgeblichen Einfluss Wilhelm II. errichtete der Architekt Julius Raschdorff (1823-1914) zwischen 1895 und 1905 den heutigen Bau im Stil der Neo-Renaissance. Der Bau sprengte die Harmonie der Schlossumgebung und der Bauten auf der Museumsinsel nicht nur durch seine Höhe, die die Traufhöhen selbst des Schlosses um fast das Doppelte überragte, sondern auch durch seine überverzierte äußere Gestalt. Damit stach er nicht gerade vorteilhaft aus der Umgebung mit ihren maßvollen, preussisch schlichten oder klassizistischen Fassaden heraus.

Der Krieg zerstörte das Gebäude sehr stark, der Wiederaufbau wurde in stark vereinfachter Form aufgeführt.

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