Reichstagsgebäude, Friedrich-Ebert-Platz, 10117 Berlin - Mitte (1910)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Reichtagsgebäude

Reichtagsgebäude : Reichstagsgebäude

Friedrich-Ebert-Platz (10117 Mitte)


Das Foto zeigt die Ostseite (Rückseite) und die Südseite des Reichstages.

Bei dem Abzug handelt es sich um eine sog. Heliogravüre(Lichtdruck), eine aufwändige Technik, mit deren Hilfe Abbildungen mit höchster Detailtreue entstanden. Bis zur Entwicklung des modernen Offstdrucks war die Heliogravüre die Technik der Wahl, um in größeren Auflagen detailgetreue Drucke zu schaffen.

Ganz links, von dem Baum teilweise verdeckt erkennt man die Viktoria ("Gold-Else") auf der Spitze der Siegessäule. Die Siegessäule wurde in den 70er Jahren des 19. Jhdts. als Erinnerung an den Sieg über Frankreich im Krieg von 1870/71 errichtet. Die Säule stand zunächst auf dem Platz vor dem reichstag, bis die braunen Machthaber sie auf den Großen Stern der Ost-West-Achse (heute: Str. des 17. Juni) versetzten.

Das Gebäude wurde in zehnjähriger Bauzeit 1884 bis 1894 errichtet und war zunächst Sitz des reichstages des deutschen (Kaiser)reiches. Nach 1918 bis 1933 war es Parlamentssitz des Reichstages der Weimarer Republik. Nach dem wohl von den Nazis initiierten Brand am 28. Februar 1933 wurde der Bau, dessen Entwurf der Architekt Paul Wallot (1841-1912) geliefert hatte, nur noch für Ausstellungen genutzt. Das gleichgeschaltete Parlament des Dritten Reiches tagte, wenn überhaupt, in der benachbarten Krolloper.

Das Gebäude wurde im Kriege nachhaltig zerstört. In den 60er Jahren erfolgte ein Teilwiederaufbau. Wegen der politischen Lage tagte der Bundestag nur sehr selten und unter großem Protest der DDR und der Sowjetunion. Das Viermächte-Abkommen von 1971 untersagte Plenarsitzungen des Parlaments der Bundesrepublik ganz.

Nach der Wende wurde Berlin zur Hauptstadt bestimmt. Damit wurde das Reichstagsgebäude wieder zum Sitz des gesamtdeutschen Parlaments, des Bundestages. Nach einem umfangreichen Umbau (Architekt: Norman Foster *1935), der quasi einem Neubau gleichkam ist der Reichstag seit der Sommerpause 1999 wieder Tagungsort des Bundestages.

Weitere Fotos aus dem Album "Reichtagsgebäude "


Beeindruckende Detailaufnahmen des gerade fertiggestellten Reichstags wurden 1893 und 1894 in der Architekturzeitschrift "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk" veröffentlicht. In jedem der monatlich erscheinenden Hefte waren ca. 10 Lichtdrucktafeln veröffentlicht, so dass in den Sammelbänden, die der Redaktion für alle Jahrgänge von 1888 bis 1913 vorliegen, jeweils ca. 120 Tafel eingeheftet sind. Im Jahre 1894 wurden insgesamt dreizehn Tafeln zum Reichstagsgebäude vorgelegt, die nun veröffenlicht werden. Weitere Tafeln werden nach Sichtung aller Bände dem Album hinzugefügt. Das Album wird ergänzt durch bereits anderweitig veröffentlichte Fotos des Reichstags, die hier zusammengefasst werden sollen.

Zusätzlich werden Fotos des Reichstagspräsidentenpalais in einem eigenen Album veröffentlicht. Dieses Album finden Sie hier.

Dazu werden Informationen diesen Text ergänzen, die aus den redaktionellen Beiträgen der "Architekturblätter" entnommen werden.

Initiator und Herausgeber der Zeitschrift war Paul Graef (1855-1925), der beim Bau des Reichstages ein wichtiger Mitarbeiter des Architekten Paul Wallot (1841-1912) war. Graef war als Baumeister für verschiedene Bauämter tätig und war nach seiner Habilitierung ab 1904  Dozent an der Technischen Hochschule Charlottenburg.

Graef hat als Fotograf selbst viele der in den "Blättern..." veröffentlichten Fotos selbst gefertigt.