Stammhaus von Lutter und Wegner, Gendarmenmarkt, 10117 Berlin - Mitte (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Stammhaus von Lutter und Wegner - Alte Bauten in Berlin

Gendarmenmarkt (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus in Berlin, Charlottenstraße

Aus der Bildbeschreibung geht hervor, dass es sich um "die nach der Markgrafenstraße gerichtete Façade des der Weinhandlung Lutter & Wegner gehörigen Eckhauses" handelt. Das Gebäude wurde im Jahre 1780 im Rahmen der einheitlichen Randbebauung des Gendarmenmarktes errichtet. Der Architekt des Hauses ist nicht sicher bekannt, jedoch fügt sich der Bau in die Gesamtkonzeption des Gendarmenmarktes ein, dessen Planer und Architekten Carl (von) Gontard (1731-1791) und Georg Christian Unger (1743-1799) waren.

Lutter und Wegner wurde ursprünglich als Weinhandlung gegründet. Im Erdgeschoss befand sich ein Lokal, das zu Beginn des 19. Jhdts. von den Herren Lutter und Wegner übernommen wurde und sich bis zu seinem Ende im zweiten Weltkrieg zu einem Treffpunkt der Berliner Gesellschaft, der Größen aus Politik, Kunst und Theater und natürlich später auch des Films und der Revuen. Ab 1997 wurde der traditionsreiche Name wiederbelebt. In einem nahegelegenen Haus, auch am Gendarmenmarkt wurde das neue "Lutter und Wegner" etabliert. Unter dem Namen entstand seitdem eine kleine bundesweite Kette von Restaurants der gehobenen Gastronomie u.a. mehrfach noch in Berlin, in München und Hamburg sowie hoch oben am Rolandsbogen über dem romantischen Rhein bei Remagen.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)