Triumphtor Unter den Linden, Friedrichstr. 155, 10117 Berlin - Mitte (1889)

Staatsbesuch des italienischen Königs : Triumphtor Unter den Linden

Friedrichstr. 155 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Die Festststrasse in Berlin am 21. Mai 1889
IV. Die Strasse "Unter den Linden" an der Kreuzung der Friedrichstrasse

Der breite Boulevard vom Brandenburger Tor zum Schloss war mit nicht weniger als "zehn reich geschmückten Zierthoren"  versehen.   "Zu grösster Pracht steigerte sich der Schmuck der Feststrasse am Opernhausplatze....Die Front des Universitätsvorgartens, die des gegenüberliegenden Platzes vor der Bibliothek und der Opernplatz selbst waren zu einem überaus harmonisch geschmückten Festforum vereinigt."  

Weitere Fotos aus dem Album "Staatsbesuch des italienischen Königs"


Die in diesem Album vorgestellten Bildtafeln tragen die Überschrift:

Die Haupt- Zierbauten der Feststrasse in Berlin bei der Einholung König Umberto´s von Italien am 21. Mai 1889

Aud sechs Tafeln werden diese Bauten vorgestellt. Die zeitgenössischen Beschreibungen sind gekennzeichnet von Pathos und Stolz auf die Ergebnisse. Ergebnisse, die uns heute fast kitschig anmuten, zeigen den Zeitgeist, der fast als Sucht zu bezeichnende Drang nach Pracht und Herrlichkeit und auch Protz.

Einige Fakten sollen den Aufwand für eine einzige Durchfahrt des Königs und seines Gastgebers Kaiser Wilhelm II darstellen. Die Beschreibung gibt einen Hinweis auf die Kosten: "Die Stadt-Verwaltung bewilligte nach gründlicher Überlegung und gewissenhafter Prüfung der Haupt- und Nebenumstände, spät aber doch noch rechtzeitig, die erforderlichen Mittel in der Höhe von 150. 000,- M." 150.000 Goldmark bedeuten nach heutiger Kaufkraft  ca. eine Million Euro. Man gönnt sich ja sonst nix! Dabei muss man bedenken, dass ein einfacher Arbeiter damals pro Tag drei bis vier Mark verdiente, auf die er natürlich auch Steuern zu zahlen hatte, Steuern, von denen der gezeigte Protz bezahlt wurde.

Zum Zeitaufwand: "Laues, helles Frühlingswetter  begünstigte ein schnelles Fortschreiten der Arbeit, und es entstand in 4 Tagen und 4 Nächten der prächtige Strassenschmuck, den wir unseren Lesern auf den beifolgenden Blättern in seinen Hauptstücken vorführen."

Beides wäre heute sicher unmöglich!

(Anmerkung: Bei den wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)