Verkehrsknotenpunkt, Potsdamer Platz, Berlin - Mitte (1904)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Verkehrsknotenpunkt

Potsdamer Platz ( Mitte)


Dieser Platz  wurde in den 1730er Jahren zusammen mit dem benachbarten Leipziger Platz , dem weiter südlich gelegenen "Belle-Alliance-Platz" (heute Mehringplatz) und dem Pariser Platz in der Erweiterung der Friedrichstadt nach Westen gebaut. Spätestens nach dem Bau des Potsdamer Bahnhofs als Endpunkt der Eisenbahnlinie nach Potsdam wurde der Schnittpunkt von fünf Straßen, Leipziger Str., Königgrätzer Straße (heute: Ebertstr. nach Norden und Stresemannstr. nach Süden), Potsdamer Straße (heute:Alte Potsdamer Str.), Bellevuestr. (Tiergarten) und Linkstr. zum wichtigsten und belebtesten Verkehrsknotenpunkt Berlins.

Zurecht stellt man sich heute die Frage, warum die beiden zusammenhängenden Plätze Leipziger Platz und Potsdamer Platz nicht von Anfang an zu einem Platz geformt worden sind. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Leipziger Platzes  bestand der Potsdamer Platz schon als "Sternplatz" für die nach Westen abgehenden/ankommenden Straßen, die von hier durch das Potsdamer Tor der Akzise(Zoll-)mauer gebündelt in die Stadt führten. Die Mauer und das Tor  wurden erst 1867 entfernt.

Der Verkehr ist für die damalige Zeit gewaltig. Straßenbahnen, pferdegezogene Omnibusse, Kutschen und Fiaker sowie hochbeladene Pferdefuhrwerke teilen sich ziemlich ungeordnet die Fahrbahnen mit den kreuz und quer laufenden Fußgängern. Zwanzig Jahre später, schon in der Zeit des Automobils, wird in der Mitte des Platzes die erste Verkehrsampel Deutschlands aufgestellt werden. Erst dann kam zusammen, was zusammengehört.

Der Blick geht geradeaus in die heutige Ebertstr. entlang des Tiergartens in Richtung Brandenburger Tor. An der Gabelung stand das Grand Hotel Bellevue, ein prächtiger Eckbau mit insgesamt fünf Achsen zum Platz. Links davon beginnt die Bellevuestr. (Tiergarten)

Nach dem Krieg lag der Platz direkt an der Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin. In den vierzig Jahren und spätestens nach dem Bau der Mauer verkam der Platz zur Brache.

Nach der Wende wurde das nun wieder im Zentrum der Stadt liegende Gelände sehr schnell wieder bebaut. Hochhäuser bestimmen den Platz, der insgesamt heute etwas künstlich und kühl wirkt. Auch wenn einmal bis zu 20.000  Menschen hier wohnen sollen ist bis jetzt von dem pulsierenden Leben der Vergangenheit eher wenig zu spüren und bei den hier wohl zu zahlenden Mieten wird die Bewohnerschaft wohl eher elitär bleiben.

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