Vorschlag für einen Alternativstandort des Berliner Doms, Hirtenstr., 10178 Berlin - Mitte (1889)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Vorschlag für einen Alternativstandort des Berliner Doms - Alte Bauten in Berlin

Hirtenstr. (10178 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Der neue Dom zu Berlin im Zuge der Kaiser-Wilhelm-Strasse

Vorgängerbauten des Berliner Doms waren ein gotischer Bau, eine barockes Gotteshaus aus der Zeit Friedrich des Großen und ein Umbau dieser Kirche aus dem 19. Jhdt. nach Plänen von Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841). Mit der Gründung des Kaiserreiches und vor Allem nach der Thronbesteigung von Wilhelm II. wurde der Wunsch laut, ein dem Deutschen Reiche angemessenes großes Gotteshaus zu bauen. Viele Architekten hielten den Platz des bisherigen Doms an der Spree zwischen Schloss und Lustgarten für wenig geeignet, zum Einen wegen konstruktiver Probleme am Flussufer, zum Anderen wegen der Unmöglichkeit an dieser Stelle eine dem Kirchenbau angemessene Sichtachse auf die Hauptseite zu verwirklichen.

Im Zuge dieser Diskussionen wurden verschiedene Alternativen vorgeschlagen. Die vorliegende Skizze zeigt einen wahrhaft kolossalen Bau etwas nördlich des Alexanderplatzes. Die Skizze, die ausdrücklich nicht als Entwurf gedacht war, zeigt starke Anklänge an den realisierten Entwurf von Julius Raschdorff (1823-1914) und sogar an den Petersdom in Rom, zu dem sie als "Hauptkirche" des preussisch-deutschen Protestantismus in bewusster Konkurrenz stehen sollte.

Die in der Beschreibung veröffentlichte Lageskizze lässt die städtebauliche Positionierung deutlich erkennen. Der kleine Plan ist nicht ganz lagerichtig, er müsste ein wenig nach rechts gedreht werden.
Foto Nr.:472286

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)