Wohn- und Geschäftshaus, Krausenstr. 41, 10117 Berlin - Mitte (1892)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohn- und Geschäftshaus - Alte Bauten in Berlin

Krausenstr. 41 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet

Geschäfts- und Wohnhaus am Dönhofplatze in Berlin, Krausenstraße 41

Das Gebäude wurde für den Eigentümer eines Weinhandels und der im Erdgeschoss befindlichen Gaststätte ("Weinstube") errichtet. Von daher wurde im rückwärtigen Teil ein großes mehrstöckiges Weinlager angebaut. Die Fassade zu fünf Achsen teilt sich horizontal in drei klar voneinander abgegrenzte Bereiche.: die Gaststätte im Erdgeschoss, den Geschäftsbereich mit großzügigen Fensteranlagen und einem Mazzaningeschoss und darüber zwei Obergeschosse für Wohnzwecke.

Die Mittelachse ist von einem größeren Ziergiebel überkrönt, über den beiden äusseren Achsen erkennt man kleiner Ziergiebel. Bemerkenswert ist auch das große reichverzierte Reklameschild auf dem Dachfirst.

Deutlich erkennbar ist hier wie bei anderen Bauten (z.B. 472833, 472003 [nur einseitig], 472007) dass zum Ende des 19. Jhdts. die zulässigenTraufhöhen und damit die Geschosszahl erhöht worden ist, so dass die Neubauten deutlich über die Nachbarbauten herausragen.

(Anm.: Der damalige Dönhoffplatz ist identisch mit dem heutigen Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz.)

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)