Wohnhaus eines Bankiers, Jägerstr. 52, 10117 Berlin - Mitte (1889)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohnhaus eines Bankiers - Alte Bauten in Berlin

Jägerstr. 52 (10117 Mitte)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Wohnhaus Mendelsohn-Bartholdy in Berlin, Jägerstrasse 52

Dieses Gebäude war zwischen 1872 und 1874 ursprünglich als Wohngebäude für die Famile des Bankiers Ernst von Mendelsohn-Bartholdy errichtet worden. Einer der beteiligten Architekten war Martin Gropius(1824-1880), einer der bekanntesten und gefragtesten Baumeister seiner Zeit. Die Beschreibung bemerkt, dass die ursprüngliche Bestimmung als Wohnhaus gewechselt hat. Es "dienen jetzt sämmtliche Räume des Gebäudes zu Geschäftszwecken."  Dies war wohl der Grund, dass der Bauherr, der als der reichste Mann Berlins galt, zwische 1882 und 1885 auf dem Nachbargrundstücke ein weiteres Wohnhaus errichten ließ.

Die Baubeschreibung gibt an, dass die Baukosten ohne die innere Einrichtung 366.000 betrugen. Das sind nach Umrechnung der Kaufkraft mit einem Faktor von ca. 6,5 auf den heutigen Wert  nahezu 2,5 Millionen Euro. Dabei ist wiederum zu bemerken, dass der Tageslohn eines Handwerkers damals drei bis fünf Mark betrug, was nach Umrechnung ca. 20 bis 35 Euro bedeutet. Das heißt im Vergleich zur damaligen, allgemeinen Kaufkraft wäre der Wert des Baus deutlich höher anzusetzen, wahrscheinlich etwa das Drei- bis Vierfache, so dass ein solcher Bau heute ca. 8 Millionen Euro kosten würde.

Grundriss des Gebäudes:
Foto Nr.:472323

 

 

 

 

 

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)