Landhaus in Steglitz, Am Fichtenberg, 12165 Berlin - Steglitz (1893)
hochgeladen von:
Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
1093 mal angesehen.
Album: Alte Bauten in Berlin

Landhaus in Steglitz - Alte Bauten in Berlin

Am Fichtenberg (12165 Steglitz)


Die originale Bildunterschrift lautet

Landhaus Lutz in Steglitz
Ansicht von Osten her

Leider konnte die genaue Adresse des abgebildeten Landhauses nicht ausfindig gemacht werden. Da in der zeitgenössischen Beschreibung jedoch von "am Abhange des Fichtenberges in prächtiger Lage, durch sein rotes Ziegeldach weithin sichtbar als Wahrzeichen des Ortes" die Rede ist , wurde die Straße "Am Fichtenberg" gewählt. Sollte jemand genauere Informationen haben, bittet die Redaktion um Mitteilung.

Das Wohngebiet rund um den Fichtenberg ist bis heute ein bevorzugtes Wohngebiet mit villenartiger, aufgelockerter Bebauung. Hier ließ 1892/93 der Kaufmann R. Lutz sein Wohnhaus nach Entwürfen des Architekten Otto Rieth (1858-1911) erbauen.

Auf einem Kellergeschoss mit Wirtschaftsräumen und der Wohnung des Pförtners (Hausmeister/Heizer) erhebt sich der zweigeschossige Bau mit darüberliegendem Dachgeschoss. Die Putzfassaden sind mit einigen Bereichen in Fachwerk ergänzt, was den Landhauscharakter des Baus unterstreicht.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)