3. Oktober 1990 - TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT, Str. des 17. Juni, 10785 Berlin - Tiergarten (1990)

DIE BERLINER MAUER: SINNBILDER DER FREIHEIT UND ARTEFAKTE DER GEWALT -2- : 3. Oktober 1990 - TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

Str. des 17. Juni (10785 Tiergarten)


 

DIE BERLINER MAUER: SINNBILDER DER FREIHEIT ARTEFAKTE DER GEWALT

"Die Mauer verhinderte 28 Jahre das normale Zusammenleben in der Stadt. Sie war Ausdruck der Unvereinbarkeit zweier Gesellschaftssysteme. Als bewachte Staatsgrenze, an der Menschen verbluteten, stellte sie ein Sinnbild der Unmenschlichkeit dar. Mit ihrer politischen Überwindung wandelte sich ihr Symbolwert. Das Bild ihres Verfalls wurde für kurze Zeit zum Bild des Triumphes von Humanität und Freiheit.“

„Wenige Wochen nach dem 9. November 1989, der politischen Wende, habe ich in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores begonnen, diesen historischen Prozeß mit der Kamera festzuhalten und photoästhetisch zu gestalten. Bei der Auswahl der Motive ließ ich mich von der Vorstellung leiten, daß in den Durchbrüchen der Mauer der Durchbruch zu einem neuen Gesellschaftsverständnis seinen bildhaften Ausdruck gefunden hat. Dieses Hauptmotiv wurde von mir auf unterschiedliche Weise variiert. Lichteffekte, skripturale Zeichen und die Struktur der Hammerschläge stellen die wesentlichen Ausdrucksträger dar. Durch Montagen, Konzentration auf die Bildmitte oder Kombinationen von Ausschnitten strebe ich epigrammatische Aussagen zur Thematik an.“

HORST-PETER ZEINERT Copyright

Katalog-Faltblatt zur AUSSTELLUNG: DIE BERLINER MAUER - Prag und Berlin - 1990 in Zusammenarbeit mit dem Prager Kulturmagazin "Kvety" und dem Museum Haus am Checkpoint Charlie in Berlin unter der Leitung von Dr. Rainer Hildebrandt (Aus seinem Katalogtext ZUM GELEIT: "Die Kunstgeschichte der Mauer wird früher oder später geschrieben werden. Dann werden Zeinerts Fotos unentbehrlich sein, denn in ihnen ist die absterbende und mit neuem Leben sich erfüllende Epoche an einem Zeitabschnitt der Mauergeschichte sichtbar geworden.") Alle Rechte vorbehalten

Hinweis:

(Siehe auch) den am 13. August 2012 veröffentlichten Text dazu „Berlin – Sinnbilder der Freiheit“ unter DENKEN FÜR DIE FREIHEIT im Blog der Friedrich-Naumann-Stiftung FÜR DIE FREIHEIT

(Kultur/Literatur/Kunst)

http://liberalesinstitut.wordpress.com/2012/08/13/berlin-sinnbilder-der-freiheit/

www.freiheit.org

Die Aufnahme wurde am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit, bei Sonnenuntergang gemacht. Im Zentrum befinden sich die Siegessäule (Preußisches Siegessymbol, errichtet 1873) und der "Rufer" von Gerhard Marcks (Nachguß 1989 anlässlich seines 100. Geburtstags, errichtet auf der Straße des 17. Juni (1953 Aufstand in der DDR), ergänzt um F. Petrarcas (1304-1374) Losung: Ich gehe durch die Welt und rufe Friede Friede Friede". Gegestaltungsprinzipien: Die Siegessäule ist am "Kopf" transparent - Licht des Abendhimmels durchdringt sie; der Rufer (Gestalt des "Stentor" aus der Ilias) scheint das Licht der Freiheit in den Himmel zu rufen, der die Siegessäule durchdringt, während die sinkende Sonne seine Basis bildet. Die Fotografie wurde leicht modifiziert auf einer Auktion des Museums Haus am Checkpoint Charlie verkauft. Diese befindet sich im Privatbesitzt eines Kunstsammlers in Berlin.

Weitere Fotos aus dem Album "DIE BERLINER MAUER: SINNBILDER DER FREIHEIT UND ARTEFAKTE DER GEWALT -2-"