Die Spitze der Kuppel, Platz der Republik, 10557 Berlin - Tiergarten (1894)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Reichtagsgebäude

Reichtagsgebäude : Die Spitze der Kuppel

Platz der Republik (10557 Tiergarten)


Die originale Bildunterschrift lautet: "Die Kuppel und ihre Laterne"

Ursprünglich war im Entwurf von Paul Wallot eine steinerne Kuppel vorgesehen. Nach verschiedenen Streigkeiten über die Lage der Kuppel stellte sich heraus, dass die bereits erstellten Wände um den Plenarsaal im Zentrum die Last einer steinernen Kuppel nicht würden tragen können. Daher entschied man sich für eine Konstruktion aus Stahl und Glas, die zudem den Vorteil hatte, dass der Sitzungssaal mit natürlichem Licht beleuchtet wurde.

Ein weiterer Streitpunkt war die Höhe der Kuppel. Wilhelm II. wollte zunächst verhindern, dass die Kuppel mit 75 Metern Höhe höher gebaut wurde als die Kuppel des Stadtschlosses mit "nur" 67 Metern. (Anmerkung zur Größe der abschließenden Kuppellaterne: Höhe ca. 19 Meter)

Beim Wiederaufbau des Reichstagsgebäudes nach der Entscheidung für Berlin als Hauptstadt gabe es übrigens wieder Diskussionen um den Bau einer Kuppel. Der Architekt des Wiederaufbaus Norman Foster (* 1935) wollte urspsprünglich auf eine Kuppel verzichten, aber die Politiker wollten, möglicherweise auch in der Tradition des alten Baus, nicht auf einen solchen Dachabschluss verzichten.

Weitere Fotos aus dem Album "Reichtagsgebäude "


Beeindruckende Detailaufnahmen des gerade fertiggestellten Reichstags wurden 1893 und 1894 in der Architekturzeitschrift "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk" veröffentlicht. In jedem der monatlich erscheinenden Hefte waren ca. 10 Lichtdrucktafeln veröffentlicht, so dass in den Sammelbänden, die der Redaktion für alle Jahrgänge von 1888 bis 1913 vorliegen, jeweils ca. 120 Tafel eingeheftet sind. Im Jahre 1894 wurden insgesamt dreizehn Tafeln zum Reichstagsgebäude vorgelegt, die nun veröffenlicht werden. Weitere Tafeln werden nach Sichtung aller Bände dem Album hinzugefügt. Das Album wird ergänzt durch bereits anderweitig veröffentlichte Fotos des Reichstags, die hier zusammengefasst werden sollen.

Zusätzlich werden Fotos des Reichstagspräsidentenpalais in einem eigenen Album veröffentlicht. Dieses Album finden Sie hier.

Dazu werden Informationen diesen Text ergänzen, die aus den redaktionellen Beiträgen der "Architekturblätter" entnommen werden.

Initiator und Herausgeber der Zeitschrift war Paul Graef (1855-1925), der beim Bau des Reichstages ein wichtiger Mitarbeiter des Architekten Paul Wallot (1841-1912) war. Graef war als Baumeister für verschiedene Bauämter tätig und war nach seiner Habilitierung ab 1904  Dozent an der Technischen Hochschule Charlottenburg.

Graef hat als Fotograf selbst viele der in den "Blättern..." veröffentlichten Fotos selbst gefertigt.