Wohnhaus im Tiergartenviertel, Hildebrandstr. 23, 10785 Berlin - Tiergarten (1893)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohnhaus im Tiergartenviertel - Alte Bauten in Berlin

Hildebrandstr. 23 (10785 Tiergarten)


Die originale Bildunterschrift lautet

Wohnhaus in Berlin, Hildebrandtstraße 23

Auch dieses Haus in der Villenkolonie -Tiergartenviertel- im Süden desd Tiergartens wurde von der bekannten Architektengemeinschaft Kayser und von Grosz(sic!)heim (Heinrich Josef Kayser (1842-1917) - Karl von Großheim (1841-1911) entworfen und geplant. Dieses Haus ist ein erneutes Beispiel für großbürgerliches Bauen und großbürgerlichen Lebensstil zum Ende des 19. Jhdts. Eine Zimmerflucht aus Zimmer des Herrn, Zimmer der Dame, Salon und Speisesaal liegt um eine Diele herum, in der eine Innentreppe den Wohnbereich im Erdgeschoss mit dem Schlafbereich der Familie im Obergeschoss verbindet. Im Erdgeschoss liegen neben den Wirtschaftsräumen und der Heizung Wohn- und Arbeitsräume für das Personal, Pförtner und Diener und auch im Dachgeschoss waren "Zimmer für Mädchen" vorgesehen. Es kann davon ausgegangen werden, dass in einem solchen Haushalt beschäftigt waren:

  • ein Pförtner, der wohl mit seiner Familie im Errdgeschoss wohnte und der neben der Pförtneraufgabe sicher auch für Heizung und Arbeiten in Haus und Garten zuständig war,
  • eine Köchin,
  • ein Diener,
  • mehrere Mädchen, das waren ca. 14 bis 16 Jährige, die meist ohne oder nur ein geringes Entgelt bei freier Kost und Logis in herrschaftlichehn Häusern "in Dienst" waren und so Haushaltsführung und Hausarbeit erlernen sollten
  • dazu kamen meist noch Zugehfrauen für die Reinigung und oft auch noch Waschfrauen für die gesamte Wäsche.


Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)