Landhaus am Wannsee, Am Sandwerder 9, 14109 Berlin - Wannsee (1892)
hochgeladen von:
Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
880 mal angesehen.
Album: Alte Bauten in Berlin

Landhaus am Wannsee - Alte Bauten in Berlin

Am Sandwerder 9 (14109 Wannsee)


Die originale Bildunterschrift lautet

Landhaus Otzen in Wannsee

Hier soll die zeitgenössische Baubeschreibung ganz übernommen werden. Nicht als Ergänzung sondern als umfangreiche, fachmännische Beschreibung wird auf den entsprechenden Text in der außerordentlich benutzerfreundlichen Denkmaldatenbank der Berliner Denkmalverwaltung hingewiesen.(link siehe hier)

Baubeschreibung aus:
Blätter für Architektur und Kunsthandwerk Jahrgang V; Januar 1892; Nr. 1; S. 1

Dies stattliche Landhaus bildet das Heim des rühmlich bekannten Professors Johannes Otzen (Anm.: 1839-1911) und ist nach dessen Plänen in den Jahren 1882 u. 83 erbaut. Die nebenstehenden Grundrisse erläutern seine Einrichtung. Die Fassaden sind mit roten Verblendziegeln unter Verwendung gelbgrüner Glasursteine bekleidet. Die Ausführung erfolgte durch den Maurermeister Paetzold in Potsdam, die reiche Ausmalung durch den Dekorationsmaler Herm. Schmidt in Hamburg. Die Gesammtkosten betrugen 90 000 Mark.

Grundrisse des Gebäudes:(Zur Gesamtdarstellung bitte anklicken. Es öffnet sich ein neues Fenster.)   

                                                 Foto Nr.:    473020 

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)