Wohnhaus am Wannsee, Bergstr., 14109 Berlin - Wannsee (1890)
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Ulrich  Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Alte Bauten in Berlin

Wohnhaus am Wannsee - Alte Bauten in Berlin

Bergstr. (14109 Wannsee)


Die originale Bildunterschrift lautet:

Wohnhaus Haukohl in Wannsee bei Berlin

Recherchen im außerordentlich benutzerfreundlichen Denkmalverzeichnis der Berliner Senatsverwaltung ergaben wie auch schon in früheren Fällen Hinweise auf den Ort des Baus und die ausführenden Firmen.

Von dem hier vorgestellten Wohnhaus Haukohl blieb einzig das im Denkmalverzeichnis beschriebene Pförtnerhaus im Wesentlichen unverändert. (sieh dazu: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/liste_karte_datenbank/de/denkmaldatenbank/daobj.php?obj_dok_nr=09075521 )

Heinrich Haukohl, ein sehr wohlhabender Großhandelskaufmann (Wollhandel) ließ auf einem ca. 20.000 qm großen Grundstück am Wannsee ein großes Wohnhaus für sich und seine Familie errichten. Architekt des Baus war Johannes Lange, der das Gebäude in den Jahren 1885/86 erbaute. Dem Vernehmen nach existiert der Bau, allerdings stark verändert, noch heute. Der Bau verfügte über drei Geschosse, wobei im Untergeschoss neben der Küche die Wirtschafts- und Vorratsräume  und die Zimmer für die Hausmädchen und die Köchin untergebracht waren.

Erwähnt wird in der zeitgenössischen Baubeschreibung die Arbeit der Fa. Kraft aus Wolgast, die in der aktuellen Denkmalbeschreibung der Senatsverwaltung Wolgaster Holzbau AG genannt wird.

Weitere Fotos aus dem Album "Alte Bauten in Berlin "


Der größte Teil der in diesem Album gezeigten Bauten wurde in der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

veröffentlicht.

Diese Publikation erschien von 1888 bis 1913. Zu den halbmonatlichen Lieferungen wurden zehn bis zwölf Bildtafeln von Gebäuden veröffentlicht. Das heißt pro Jahr zwischen 120 bis ca 140 Bildtafeln und insgesamt ca. 3000 Abbildungen Die Bildtafeln, sog. Heliogravüren zeichnen sicht durch außerordentliche Detailtreue und Feinheit aus. Auch heute nach 100 bis 130 Jahren haben sie wenig von ihrer ursprünglichen Qualität verloren, so dass in einzelnen Fällen sogar Ausschnittvergrößerungen möglich sind. Bilderbuch Berlin wird alle diese Vorlagen, soweit sie die alte Reichshauptstadt betreffen, in der nächsten Zeit in diesem Album veröffentlichen.

Zu den einzelnen Bildtafeln lieferte die Redaktion Baubeschreibungen, die teilweise wörtlich zitiert, teilweise als Grundlage der eigenen Beschreibungen herangezogen werden.  

Architekturzeitschriften wie die vorliegende waren Publikationen für Architekten und Architekturinteressierte, die sicher zum Teil als Vorlagen für eigene Entwürfe und Gestaltungsmöglichkeiten dienten. Die Abbildung  historischer Bauten vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jhdts. lieferten außerdem mögliche Anregungen auf die die Baumeister des 19. und frühen 20. Jhdts. im Sinne des vorherrschenden Historismus zurückgreifen konnten.   

Die Bezugskosten beliefen sich übrigens im Jahre 1888 auf "36 Mark jährlich bei freier Zustellung"!
Vom zweiten Jahrgang an war die Erscheinungsweise nur noch monatlich und der Bezugspreis belief sich auf:Vierteljährlich 6 Mark bei freier Zustellung".

Ab September 1889 war der Herausgeber Paul Graef (1855-1925), Architekt und Hochschullehrer, der unter Anderem als Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstages beteiligt war. Graef lieferte auch ein große Anzahl der Fotografien, die in den "Blättern für..." veröffentlicht wurden.

 

(Anmerkung: Bei wörtlichen Zitaten aus den Beschreibungen wurden die zeitgenössische Diktion und Rechtschreibung übernommen. z.B. Strasse, Thurm, Thor, gesammt, Stiehl)